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LANDEINWÄRTSSCHWIMMEN

 

Die Worte in den Gedichten von Maryse Bodé sind nachgiebig und durchlässig. Sie nehmen Farben und Klänge aus der Natur auf, die dem Empfinden ein Echo geben, oder sie machen Gefühle und Empfindungen in leicht hingetuschten Bildern sichtbar.

Die Gedichte sprechen zurückhaltend und im Wissen um die Stille, die ihre eigenen Klänge hat, sie suchen die Leichtigkeit, die nennt und verweht. Sie sind in den Wind gesprochen, um das Du zu erreichen, das darauf zu hören weiss und die Bilder wiedererkennt, wie sie in Träumen aufscheinen. Durchlässig sind diese Gedichte auf das Wortlose hin, das hinter den Gedanken und Bildern verborgen liegt, das Glück heissen mag oder Sehnsucht und dem Licht näher ist als dem Dunkel.
Das „Du“ sind die Klänge der Steine von Arthur Schneiter, sie lassen die Erinnerungen, die in ihnen gespeichert sind, als Klangbilder erscheinen. Urklänge, die vom Wasser erzählen,die sie formten, dem Gletschereis, das sich über den Stein schiebt. Bordunklänge, die zeitlos eratisch dastehen oder die verlorenen Klänge einzelner Schläge auf einer Steinschale....

Maryse Bodé stammt aus Luxemburg. Seit 1974 lebt sie als freischaffende
Übersetzerin,Schriftstellerin und Kursleiterin für Experimentelles Schreiben im Kanton Nidwalden. Nach der Geburt des 3. Sohnes bricht in ihr ein Schreibsturm aus, der in intensive Dialoge mit Kunstschaffenden fliesst. Die Nächte, Aufenthalte in Fluss- und Berglandschaften, sowie die spanische und korsische Meeresweite geben ihr immer wieder neu Raum zum Schreiben.
Buchpublikationen: Licht und Schatten im offenen Kreis
Herzgrün über Türkis‚
Komm mir auf die Spur

Arthur Schneiter, Bildhauer, geboren 1951; seit 1978 eigene Werkstatt, zurzeit in Schönenberg an der Thur / Schweiz. Seit 1981 Forschung an und Entwicklung von Klangsteinen, Skulpturen und Installationen.
Zusammenarbeit mit verschiedenen Komponisten und Musikern
( Ulrich Gasser, Fritz Hauser, Ernst Brunner, usw. ). Immer wieder der Versuch, Musik und bildende Kunst zusammenzuführen.
Projekte mit musikalischen Lesungen ( Lisa Tralci, Felix Philipp Ingold, Maryse Bodé usw. )
Konzerte im In- und Ausland.
CD- Produktionen.
Div. Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum. Eidgenössisches Kunststipendium 1991. Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.

ub/as

„Wachstagebuch“:

Beidseits auf je einem Brett liegen im KunstKontainer auf Glas Wachsobjekte wie Tage aneinandergereiht. Unter dem Glas der jeweilige dazugehörige Beschrieb mit Datum.

Unterbrochen von unregelmässigen Pausen, jedoch kontinuierlich neben andern Arbeiten entstand das Wachstagebuch der Künstlerin, aus dem sie nun eine Auswahl zeigt.
Die Formen der Wachsobjekte gleichen momentanen alltäglichen Gedankengebilden und Seelenkörperlandschaften, assoziativ und unvollkommen, - Befunde.
Die Wachse sind gemischt mit Nahrung, Gewürzen, Farben, Klängen sowie mit Zeichen von Begegnungen mit Menschen. Ihre Auswahl ist nicht zufällig, sondern folgt den Gestimmtheiten und realen Ereignissen des Tages.

Der Kontainer wird zu einer inneren Welt, wo sich die Ereignisse und Fragen der Tage scheinbar formlos und absichtslos veräussern.

rf 2004-09-15